Fortsetzung Schärengarten von Stockholm/ Schweden 2006:

Auch während der nächsten Tage waren wir oft zum Fischen auf dem Wasser. Immer wieder suchten wir uns neue Spots auf der Seekarte. Meist wurden wir auch fündig.

Mittagshecht
Mittagshecht

Auch schöne Barsche waren immer wieder mit von der Partie. Folgte und attackierte ein Trupp Stachelritter den Wobbler, Blinker oder Gummifisch im Hechtformat, dann war der richtige Moment, einen mundgerechten Shad zu montieren. Und schon ging's los! Schöne Barsche bis ca. 40 cm waren immer drin.

End30’iger Schärenbarsch
End30’iger Schärenbarsch

Irgendwie war unsere Westihündin Blanca schon immer "fischverrückt" !!! So auch diesmal. Sobald ein Fisch an Bord kam, war der Teufel los! Knurren, Bellen und wenn man nicht aufpasst… schwups wurde auch kurzerhand mal einer weggeschnappt. Außer bei größeren Exemplaren, da hielt sie dann doch lieber respektvoll Abstand!

Fischdieb
Fischdieb

Das herrliche Wetter lud natürlich auch zum Relaxen ein. Im Idealfall natürlich auf dem Boot. ;-) Wenn Anja mal nicht der Sinn nach Angeln stand, nahm sie auch mal ein Buch zur Hand. Darüber hinaus konnten wir viele interessante Beobachtungen machen. Am spektakulärsten waren dabei ohne Zweifel die majestätischen Fisch- und Seeadler. Alles in allem eine wirklich schöne Art zu entspannen und Kraft für stressige Arbeitstage zu tanken.

Relaxen auf "Schwedische Art"
Relaxen auf "Schwedische Art"

Zur Entspannung gehörte selbstverständlich auch das Fischen. Wobei die Entspannung dabei auch schnell in Spannung umschlug.

Die Schilfkante einer Bucht mit leicht auflandigem Wind hatte bereits zwei kleinere Hechte gebracht. Im klaren Wasser konnte man immer wieder Schwärme kleinerer Fische sehen. Ein optimaler Platz. Hier müsste noch mehr zu holen sein! Wenige Würfe später zeigte sich ein größeres Exemplar. Ein erstes Mal wurde der Köder verfehlt und auch ein zweites Mal… kurzer Einhol-Stopp, weiterkurbeln …Strike! Nach ein paar aggressiven Abschüttelversuchen, Fluchten und zwei Sprüngen später war er gelandet. Es ist ein schöner Hecht von 83 cm und ca. 4 kg. Diese Größen machen schon richtigen Spaß an der Angel!

83’iger Schilfräuber
83’iger Schilfräuber

Als ein weiterer Top-Köder für die Schären entpuppte sich die gute alte Grandma.  Zu beachten war, dass sich das gute Stück, speziell beim Werfen gegen den Wind, recht häufig mit dem Vorfach verfing! Mit einer Spinnstange ließ sich das Problem beheben.

Die Hechte hatten der Großmutter ganz schön zugesetzt und sich verewigt!

Zerbissene Großmutter
Zerbissene Großmutter

Selbstverständlich stand nicht nur die Angelei auf dem Plan. So besuchten wir unter anderem ein Museum, wo man das Leben in den Schären der vergangen Tage hautnah nachempfinden konnte. Dabei waren für mich natürlich die Fischfangmethoden interessant.  Besonders beeindruckend war die Methode der Zugnetzfischerei  im Winter unter geschlossenen Eisdecken.

Zeitreise in die Schären des 18. Jahrhunderts
Zeitreise in die Schären des 18. Jahrhunderts

Wenn wir nach einem unserer Ausflüge noch Pilze fürs Abendmahl benötigten, war das überhaupt kein Problem. Einfach dort, wo besonders viele Pilze am Waldesrand auszumachen waren fix anhalten und rein in den Wald! Kurze Zeit später hatte wir dann immer eine Portion zusammen!

"Maronenschwarm"
"Maronenschwarm"

Auch an ungenießbaren Gesellen mangelte es nicht! Aufgrund unser eingeschränkten Pilzkenntnisse kamen nur Röhrlinge wie Steinpilze und Maronen in den Topf.

Fliegenpilz
Fliegenpilz

Und wieder ging es zum Angeln raus. Diesmal fuhren wir wieder an unsere Erfolgsstelle, den „Seegraswiesendurchgang“.  Auch diesmal  ging es gleich wieder richtig zur Sache. Immer wieder konnte man die Räuber beim Zupacken beobachten... sensationell!!! Anja war erfolgreich mit Blinker. Ich wiederum fischte ausschließlich mit Wobbler.  In der Mitte des Durchgangs befand sich eine Flachwasserzone mit teilweise herausragenden  Felsen. Ich warf meinen Köder ca. zwei Meter vom Fels entfernt ein. Als dieser die abfallende Kante passierte, rumpelte es! Ein wunderbarer Drill auf Sicht schloss sich an! Dies sind die Momente weshalb ich der Angelei verfallen bin. Dann ist er gelandet. Das Maßband bleibt bei 93 cm stehen. Ein kurzes Bild und ab zurück in die Freiheit mit ihm!

93’iger Esox
 93’iger Esox

Kurze Zeit später hatte Anja Kontakt. Um den Fisch zu keschern zu können, holte ich meinen Köder rasch ein. Biss! Ein Doppeldrill… besser ging es nicht!!! Beide Fische wurden sicher gelandet. Welchen der beiden Hechte hatte wohl Anja gefangen? ;-)

Doppelschlag
Doppelschlag

Hin und wieder erfolgende Fehlbisse waren ein sicheres Zeichen für die Anwesenheit von Barschen. Teilweise war ein Köderwechsel nicht notwendig, wie das folgende Bild zeigt!

Barsch auf Grandma
Barsch auf Grandma

Wo Barsche gebissen hatten, waren auch die Hechte nicht weit!  Anders als auf den Rügischen Bodden kann man in den Schären wie von Binnenseen gewohnt, relevante Stellen bereits von den äußeren Begebenheiten ableiten. Schilfkanten von Buchten mit Wassertiefen um die 2 Meter waren immer fischverdächtig!

Franky mit zwei Räubern
Franky mit zwei Räubern

Zum Abschluss fanden wir noch mal einen Barsch Hotspot. Schöne Fische bis Mitte30 bissen auf 7cm Gummifische und boten eine kurzweilige Angelei.

Barsch auf Gufi
Barsch auf Gufi

Langsam wurde es Zeit, heimwärts zu fahren. Die über 7 km wollten mit dem 5 PS Boot auch erstmal bewältigt sein. Das GPS gab die Sicherheit, den Heimweg zu finden! Ein Angeltag ging zu Ende, wie er nicht besser sein konnte.  Wir hatten 12 Hechte und diverse Barsche in einzigartiger Natur landen können und dazu noch herrlichstes Spätsommerwetter gehabt…traumhaft!

Ende eines Angeltages
Ende eines Angeltages

Neben einer Fahrt an den Vättern, nutzten wir natürlich die Gelegenheit einen Ausflug in die "Hauptstadt von Skandinavien", nach Stockholm zu machen.

Stockholm - Capital of Scandinavia
Stockholm - Capital of Scandinavia

Da das Wetter nicht das Beste war, hieß es erstmal ab ins Vasa-Museum.

Im Jahre 1625 ließ König Gustav II. Adolf von Schweden das Kriegsschiff während des Dreißigjährigen Krieges bauen. Das Schiff war etwa 69 Meter lang, 12 Meter breit und am Großmast fast 52 Meter hoch und mit 64 Kanonen bestückt. Die Besatzung bestand aus 437 Mann.

Einstiges Prestigeobjekt der schwedischen Kriegsmarine
Einstiges Prestigeobjekt der schwedischen Kriegsmarine

Am 10. August 1628 lichtet die Vasa den Anker. Das Schiff hatte nach kurzer Fahrt trotz geringen Windes eine bedrohliche Schräglage. Ein weiterer stärkerer Windstoß ließ das Boot kurz nach dem Start kentern. Dabei starben schätzungsweise bis zu fünfzig Menschen. Die Ursache des Unterganges war, dass die Konstruktion den nachträglichen Änderungen in der Beladung (z.B. Anzahl Kanonen) nicht angepasst wurde und somit ein Missverhältnis von  Ballast, Wasserverdrängung, Tiefgang und Breite des Schiffes gegeben war.

Nach über 300 Jahren gelang am 24. April 1961 die Hebung des in einem erstaunlich guten Zustand befindlichen Wracks der Vasa. Seit 1990  kann man es nun von allen Seiten über 7 Etagen bewundern.

Für uns war es eine der beeindruckendsten Ausstellungen, die wir bisher gesehen haben. Es war wie eine Zeitreise. Ganze 2,5 Stunden haben wir dort zugebracht. Wer von Euch mal in Stockholm ist, sollte es sich in jedem Fall anschauen! 

Das Wrack der Vasa
Das Wrack der Vasa

Nach dem Museumsbesuch hatte sich auch das Wetter gebessert und lud zu einer Runde Sightseeing ein. Stockholm zählt zu einer unseren Lieblingshauptstädten. Es ist eine sehr saubere Stadt mit prachtvollen Bauten und maritimen Flair.

Ein zusätzliches Plus: Wo sonst in der Welt kann man mitten in der Großstadt auf Lachs, Hecht und Zander fischen?

Sightseeing
Sightseeing

Anja & Franky in Stockholm
Anja & Franky in Stockholm

Nachdem unsere Stadtbesichtigung beendet war, sind wir noch zum Abendessen eingekehrt. Danach ging es wieder zurück in unsere Stuga tief in den Schären.

Wikinger gibt’s also doch noch!
Wikinger gibt’s also doch noch!

Langsam rückte das Urlaubende immer näher. Das Wetter wurde auch immer herbstlicher. Das sollte sich noch mal zusätzlich positiv auf die Beißlust der Hechte auswirken.

Fängige Schärenbucht
Fängige Schärenbucht

Unsere bisherigen Hotspots lagen an den äußeren Schären. Sicherlich keine schlechte Wahl bei den noch hohen Wassertemperaturen. Nun galt es, auch mal landwärtige Stellen anzufahren. Der größte Unterschied bestand in der Sichtigkeit des Wassers. So war das Wasser draußen sehr klar, jedoch in Landnähe teilweise recht trüb.

Das störte die Hechte wenig! Bei der Köderwahl waren nun aber auffällige Farben vorn. Gute Dienste lieferte hier der 14'ner Zalt im Bienchen-Design.

92'iger auf Zalt
92'iger auf Zalt

Anja punktete natürlich auch hier bestens mit dem Blinker! Die Lichtflashs die ein solcher Köder aussendet, hat speziell im trüberen Wasser auch auf größere Distanzen eine extrem hohe Lockwirkung.

Anja mit gutem 84’iger
Anja mit gutem 84’iger

Am letzten Tag bin ich extra 6:00 Uhr noch mal raus. Und es hatte sich gelohnt. Unter den gefangenen Hechten war noch mal ein schönes Exemplar von 95 cm!

Der frühe Angler fängt den 95’iger
Der frühe Angler fängt den 95’iger

Das motivierte auch Anja, am Nachmittag noch mal für 2 Stunden rauszutuckern. Speziell stand aber auch noch mal der Barschfang auf dem Plan, was auch prima klappte!

Während des weiteren Angelns kam es zu einer Schnurverhedderung. Als wir diese wieder auseinander hatten, dachte Anja schon sie hätte einen Hänger! …Aber dieser bewegte sich! Und wie! Ein 76’iger Hecht hatte sich den kleinen, für Barsche bestimmten Gummifisch am leichten Gerät geschnappt! Nach etlichen vorsichtigen Landeversuchen war er über dem Kescher. Ein kurzer beherzter Zug …und schon flog der Jig mit aufgebogenem Haken in hohen Bogen durch die Luft! …Aber der Hecht war im Kescher! ;-) und große Freude an Bord. Neben Anjas ersten handgesponnenen Barschen noch ein schöner Hecht zum Abschluss! Prima!!!

Zu einem gröhnenden Finale durften Pilzen natürlich nicht fehlen.  Die gab es natürlich auf einer der vielen Inseln.

Pilz- Spürhund wieder erfolgreich! ;-)
Pilz- Spürhund wieder erfolgreich! ;-)

Bewegungen im Wasser direkt vor dem Bootssteg ließ es noch mal in den Fingern jucken. Schnell wurde noch mal ein kleiner Spinner aus der Box gekramt. Ein Barsch zum Abschied ließ nicht lange auf sich warten und ein fantastischer Urlaub, der natürlich nicht nur aus Angeln bestand ging zu Ende!

Barsch zum Abschied
Barsch zum Abschied

Die Durchschnittsgröße der gefangenen Hecht lag bei ca. 60cm. Den magischen, sagenumwobenen  Meter konnten wir diesmal leider nicht knacken.  Dafür hatten wir 6 sehr schöne Fische über 90 cm und etliche über 80cm. Insgesamt fingen wir ca. 70 Hechte, wovon nur wenige für den Eigenbedarf entnommen wurden. Da jedoch das Jedermannsrecht von einigen (deutschen) Anglern extrem falsch verstanden wurde, gibt es glücklicherweise seit 2007 eine Regelung für den verantwortungsvollen Umgang mit den wertvollen Ressourcen. Damit ist hoffentlich die Grundlage geschaffen, dieses Eldorado langfristig zu erhalten.

Sonnenuntergang in den Schären
Sonnenuntergang in den Schären

Die Schwedischen Schären sind ein Traum für Raubfischangler und Naturliebhaber. Wir hatten einen super Urlaub und kommen auf jeden Fall wieder. Spätestens im Mai 2007!

Page:   1  2 
[ Seite 1 ]      [ Seite 2 ]

Home