Ein verlängertes (Hechtangel-) Wochenende auf Rügen
05.10.2007 - 09.10.2007

Anja's Rückkehr aus der REHA wollten wir gleich als Gelegenheit nutzen, um für ein paar Tage nach Rügen zu fahren. Der Angelkram musste dann natürlich auch mit! Im Vorfeld schellte ich Conny vom Angelparadies Rügen an, um die Lage vor Ort zu checken. Conny berichtete von einem Videodreh zum Thema Hechtangeln auf Rügen, wo es wohl richtig gut zur Sache ging. Einige Fische durchbrachen den magischen Meter. Der größte Hecht wurde außerhalb des Dreh’s von einem Gast gefangen. Länge 1,27 Meter! Hmm, das hörte sich ja recht gut an!

Hotspots

 Hier die Story:

Für Sa. bat mich Conny eine Tour mit Gästen auf Dorsch zu fahren. Hmmm ok, klar doch…Hecht wäre mir zwar lieber, aber warum nicht, hatte ich doch schon das Vergnügen und auch recht viel Spass dabei! Außerdem: Wer geht schon gerne alleine zum Fischen?

Als Ausgleich dafür sollte es dann am So. gemeinsam mit Anja auf die strammen Rügischen Räuber gehen! Aber es kam alles wie immer etwas anders!

Die Anfahrt erfolgte problemlos. Die neue Rügen-Brücke über den Strelasund stand kurz vor der Fertigstellung.

Die neue Rügenbrücke
Die neue Rügenbrücke

Untergebracht waren wir wir "Am Teich" in Dranske. Die Location hat aber irgendwie ihre besten Jahre hinter sich! Die Matratzen werden langsam weich und das Engagement des Betreiberehepaars lässt auch spürbar nach! "Frühstück? Hmmm, das lohnt sich für uns nicht, Sie wären morgen die Einzigen!" LOL!!! Solange man es sich leisten kann!

Das Telefon klingelte am Abend und es gab schlechte Neuigkeiten. Der Motor des zweiten Bootes machte Probleme! Die Fahrt musste gecancled werden. Schade! Ok, dann werde ich es eben einen halben Tag auf dem Bodden probieren. Die Prognosen waren so lala. Barsche wurden gut gefangen, Hechte auch, aber eher kleinere Exemplare, wie für diese Jahreszeit üblich!

Früh um 7:00 Uhr ging's aufs Wasser. Die Fische standen noch recht flach. Das hieß, erster Stopp auf dem „Berg“! Nach kurzer Zeit kamen die ersten Barsche auf Bleikopfspinner und Cikade. Allerdings alles kleinere Exemplare. Ok, wo Barsche sind, sind auch Hechte, dass hatten wir ja beim letzten Mal gesehen.

Also schaute ich, was in der Box mit den vorselektierten Ködern brauchbar erschien.

Großhechtköder
Großhechtköder

Zum Einsatz kam ein 15'er Shad und ich fischte damit die Kanten des "Bergs" ab. Immer wieder wird der Köder attackiert, allerdings von Barschen. Ein 32cm Exemplar schaffte es dann tatsächlich, sich den Köder schnappen.

32'iger Barsch auf 15cm Shad
32'iger Barsch auf 15cm Shad

Hechte zeigten sich leider keine, also setzte ich um! Die tieferen Kanten brachten keinen Fisch. Also ab ins Flache! In 1,5 bis 2,5 Meter kamen dann auch ein paar Bisse und ein Schniepelchen kommt an Board.

Boddenschniepel
Boddenschniepel

Etwas später bekomme ich noch einen Nachwuchs-Boddenräuber von ca. 60 cm ans Band.

Nachwuchs-Boddenräuber
Nachwuchs-Boddenräuber

Hmmm, das haben wir schon mal besser gesehen, aber es ist eben noch keine "Boddenzeit"! Ok, Schluss für heute! Anja, Blanca und das Nachmittagsprogramm warteten!

Sonntag: Leider hatte Anja durch die lange Anreise und die Aktivitäten des Vortages wieder etwas Probleme mit ihrem Rücken, so dass Sie sich am nächsten Tag lieber ausruhen wollte. Schade!!!

So sind wir dann am nächsten Tag alleine gestartet. Diesmal standen die äußeren Boddengewässer bzw. die Küstenbereiche auf dem Programm. Dort spielt vor allem im Sommer und Frühherbst die Musik.

Wir hatten kaum Wind und das Wetter sollte richtig schön werden.

Erster Stopp! Die Wassertiefe betrug um die 5 Meter, das Wasser war recht klar. Mein Illex Freddy kam zum Einsatz. Nach ca. 20 Mins schlägt es hart ein in das gute Stück und der Tanz beginnt! Hui, da hängt was nicht ganz Schlechtes dran und reißt immer wieder Schnur von der Rolle. Dann war er landebereit. Ein kräftiger 90'iger kommt ins Boot. WOW, ein prima Start!

90'iger Küstenhecht
90'iger Küstenhecht

Weiter ging’s! Kurze Zeit später wieder Biss… Anhieb…ein kleineres Exemplar fand Gefallen am Tamagotchi-Wobbler!

Hecht auf Illex Freddy
Hecht auf Illex Freddy

Es steht 2:0 im Illex vs. Jackson im nicht ernst gemeinten Contest! Jetzt war Conny dran! Kurze Zeit später Kontakt! Die Hecht bissen extrem spitz! Der erste Jackson-Hecht kommt an Bord.

Hecht auf Jackson Wobbler
Hecht auf Jackson Wobbler
 
Conny mit Hecht
Conny mit Hecht

Der nächste Fisch ließ nicht lange auf sich warten. Und wieder hatte er ganz spitz gebissen. An Nahrung scheint es hier nicht zu fehlen.

Küstenräuber vor der Landung
Küstenräuber vor der Landung
 
Conny's Jackson Ausgleich
Conny's Jackson Ausgleich

Ok, es stand nun 2:2 im Wobbler-Contest, Zeit mal einen anderen Köder anzubinden. Es wurde Zeit für die Boddensau! Nach einigen Würfen Biss! Mist, Anhieb geht ins leere und die Boddensau verliert ihren Schwanz. Schnell ist eine neue Sau montiert!

Kurze Zeit später kommt der nächste Biss! Ok, der sitzt! Ein kleineres etwas ramponiertes Exemplar kommt zum Vorschein! Eine heftige aber komplett verheilte Verletzung zeugte von einem Übergriff eines mächtigen Fisches. Das Kerlchen hatte sicher großes Glück davon gekommen zu sein, wenn auch von der Rückenflosse nur noch wenige Fetzen übrig waren.

Etwas angefressen!
Etwas angefressen!

Langsam kam die Sonne raus. Was für ein herrlicher Herbsttag! Oft schon hatten wir die Erfahrung gemacht, dass entgegen gegenteiligen Erfahrungen in Binnengewässern sich hier oben Sonnenschein positiv auf das Beißverhalten auswirkte. Sicherlich ist das Ganze auf die bessere Wahrnehmung der Köder zurückzuführen.

Blick aus dem Cockpit
Blick aus dem Cockpit

Und schon kündigte sich der nächste Hecht mit einem harten Einschlag in Conny’s Skyblade Adrenalin an. Ein Fisch um die 90 cm hatte gefallen am Saltwater Shad Assassin gefunden.

Kontakt!
Kontakt!
 
Strammer Esox
Strammer Esox

Was für eine spektakuläre Angelei! Im weiteren Verlauf hatten wir noch weitere Nachläufer bis direkt ans Boot und auch den einen oder anderen Aussteiger! Und es waren teilweise keine kleinen Fische! Unglaublich! Das Revier ist einmalig und bleibt es hoffentlich auch! Das ist allerdings nur mit einem verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Fisch möglich. Glücklicher Weise ist ein Umdenken in Größenordnung festzustellen. Kühltruhenfischer sind im Forellenpuff besser aufgehoben!

Meine Aussage: "Mensch Conny mein letzter Meter war 2005, ich hab schon Entzugserscheinungen. Heute wär’s dann mal wieder soweit, LOL!" bereute ich beim Start in den Angeltag, da so etwas immer ein schlechtes Ohmen ist und sich meist böse rächt! So schlimm sollte es aber nicht kommen, im Gegenteil!

Nachdem wir die Stelle gewechselt hatte kam wiederum mein Saltwater Shad Assassin zum Einsatz. Wenige Würfe und es gab beim erneuten Anheben des Köders einen dumpfen Einschlag und der Köder stand! Oh Oh, das war nix Kleines! Wie bei den Großen üblich ließ er sich gaaanz langsam in Richtung Boot dirigieren. Der Fisch war anscheinend nicht besonders beeindruckt, schließlich stachelt ein Barsch ja auch immer ein wenig!

Am Boot angekommen, sahen wir den Fisch zum ersten Mal! Ich: "Du Conny, ich glaub das ist ein Großer!" Conny: "Ich würde sagen, das ist ein sehr Großer!" …Und schon explodierte der Fisch! Die Schnur ging von der sehr hart eingestellten Rolle runter wie nichts! Boaaaahhh!!! Alle Routine war wie weggeblasen. Adrenalin pur! Mehrfach bekam ich den Fisch ans Boot und jedes Mal zog er wie eine Rakete davon! Nichts kann man dagegenhalten, eine zu feste Bremse würde sofort zum Schnur- oder Wirbelbruch führen! Conny wollte noch ein paar Drillbilder machen, ich aber lieber 'nen Kescher!

Endlich hat Conny den Kescher bereit, nur der Fisch ist es noch lange nicht so weit! Mehrere Fluchten legte er noch hin! Ein Mega-Drill, doch langsam hätte ich den Fisch gerne im Boot! Aussteiger hatten wir heute ja schon einige! Ohhh mein Gott, was war das! Wütend schüttelnd schraubte sich der Gigant aus dem Wasser! Bilder, die ich nie vergessen werde spielen sich ab! Gott sei Dank, der Haken saß sicher! Erneut sprang der Fisch…tauchte ein und schoss zum Glück direkt in Conny’s XXXL-Kescher!

Puhhhhh, es ist geschafft! Ein Muskelpaket von einem Hecht lag vor mir im Boot und ich wusste, dass dies eine Sternstunde meines geliebten Hobby’s gewesen ist, die sich für immer ins Gedächtnis eingebrannt hat! Grandios!

Die genaue Messung ergab eine Länge von 1,14 Meter bei 27 Pfd.! WOW, was für ein makelloser Fisch!

Hecht-Granate
 Hecht-Granate
 
1,14 Meter
1,14 Meter
 
Makelloser Küstenhecht
Makelloser Küstenhecht
 
Glücklicher Fänger
Glücklicher Fänger

Vollkommen Happy und nach einer Pause ging es weiter im Text. Die Beißfreude war ungebrochen! Auch im Drill waren die Fische sehr energiegeladen und legten einige spektakuläre Hechtsprünge hin, die mancher Fisch auch für sich nutzen konnte! Ein Video etwas später im Bericht zeigt dies auch noch mal recht eindrucksvoll!

"Next One"
"Next One"
 
"Nachwuchs-Meter"
"Nachwuchs-Meter"

Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist! Das haben wir dann auch getan. Was sollte das Erlebte noch toppen! Wir klatschten ab und fuhren rein! Was für ein Angeltag!!! 11 Hechte konnten wir insgesamt landen. Wenn wir die Nachläufer und Aussteiger noch dazu zählen, dann wird klar, wieso dieses Revier zu einem der besten Europas zählt, was die Hechtangelei betrifft!

Der restliche Tag gehörte selbstverständlich Anja. Auch Sie freute sich riesig mit mir! Beim nächsten Mal ist Sie aber wieder mit von der Partie! Damit war das Thema Angeln für dieses Mal abgehakt! ...scheinbar!

 

Am nächsten Tag stand eine Rügenrundfahrt an!

Erster Zwischenstop war Bakenberg. Wir wandelten auf den Pfaden aus längst vergangen Ferienlager- und FDGB-Urlaubszeiten.

Zwischenstop Bakenberg
Zwischenstop Bakenberg

Danach ging es nach Sassnitz, um dort die legendäre Ente nach Mecklenburger Art zu essen! Doch auch hier hat auch die Inflation böse zugeschlagen! Mittlerweile kostet das Ganze 12,60 EUR. Vor einem Jahr waren es noch 10,90 EUR.

Ein historisches Bild aus dem Jahre 2004 belegt einen Preis von 8,10 EUR!

Inflationäre Entenpreise
Inflationäre Entenpreise

Die Ente für 12,60 EUR war auch nicht leckerer als sonst, aber mittlerweile süchtig danach führt halt kein Weg daran vorbei! Danach ging's auf zum Plauzenabtrainierungsspaziergang!

Sassnitz - Mole
Sassnitz - Mole

Als nächstes stand Stralsund, mit dem obligatorischen Besuch im Meeresmuseum auf dem Programm.

Meeresmuseum - Anja
Meeresmuseum - Anja
 
Meeresmuseum - Franky
Meeresmuseum - Franky
 
"Fischkunde"
"Fischkunde"

Danach ging's zum Italiener am Stadthafen. Fast wie beim Heringsangeln im Frühjahr, durchpflügten dort Massen von Anglern das Hafenbecken mit Gummifischen auf der Jagd nach Zandern! Angeblich soll sich das Ganze aber lohnen! Am besten natürlich vom Boot aus!

Beim Italiener sitzend schellte das Telefon. Conny war am Apparat! Kurzfristig hatte sich noch eine Tour ergeben wo noch Platz war! Und es sollte auf Hecht gehen! ...Nicht auszudenken!

Und da mein Schatz den nächsten Tag noch mal zum Ausruhen und Releaxen nutzen wollte, hatte ich den Segen für eine weitere Ausfahrt!

 

Früh um 7:00 Uhr war Treffen bei Conny am Bootssteg! Mit von der Partie waren diesmal ein Vater mit seinem Sohn aus einem befreundeten osteuropäischen Land mit R und ein Angelfreund aus Meißen!

Das Wetter war ähnlich optimal wie vor zwei Tagen! Hoffentlich sind unsere Freunde noch immer in guter Laune!

Wir waren sehr gespannt, was uns heute erwarten wird, natürlich auch die Gäste! Die Bilder der letzten Session taten ihr Übriges!

Angekommen an der Stelle vom So. ging's dann auch gleich wieder los! Gleich mal die gute alte Blechmarie testen! Rummms! Das erste etwas kleinere Exemplar kommt an Bord! Großes Erstaunen bei unseren osteuropäischen Freunden als der Fisch wieder zurück ins Wasser geht!

Blinker-Hecht
Blinker-Hecht

Als nächstes war Conny drann! Biss auf einen Motoroil/ Glitter - Kopyto! Nach zwei Sprüngen ist der Fisch gelandet! Natürlich mit der Hand... dass das auch mal nach hinten losgehen kann, werden wir später noch sehen! Wenn man jeden Tag Hechte fangen kann ist das natürlich nicht weiter schlimm!

Conny mit Kopyto-Hecht
Conny mit Kopyto-Hecht

Die Gäste wurden langsam unruhig, 7 Fische waren bereits an Bord gekommen! Wie sollte es auch anders sein, der nächste Fisch schnappte sich meinen Assassin und konnte kurz darauf gelandet werden!

Assassin-Pike
Assassin-Pike

Die Gäste hatten noch keinen Fisch bzw. Pech mit Aussteigern. So beschlossen wir, eine Runde auf der Ostsee zu schleppen! Gesagt getan!

Auch die Team Boddenangeln-Boote waren bereits vor Ort und überließen mit Planerboardmontagen nichts dem Zufall. Es brauchte nicht lange und ich hatte den nächsten Hecht. Wiederum ein kleineres Exemplar. Dennoch wären erstmal andere dran gewesen. Es war mir ja schon unangenehm!

Einen Fisch später lief anscheinend mein Nilsmaster Wobbler etwas "unrund". Woran das lag, kann man hier sehen!

Größenwahnsinniger Hornhecht
Größenwahnsinniger Hornhecht

Ok, genug geschleppt, es ging wieder zurück zum Wurfangeln!

Mittlerweile hatte auch ein Gast einen Hecht gefangen...Gott sei Dank!

Dann schepperte es bei Conny! Ein Fisch von ca. knapp einem Meter kam relativ ruhig längsseits, so wie wie das bei größeren Hechten oft der Fall ist. Alles weitere kann man hier sehen!:

Aus diesem Grund ist die Handlandung von großen Fischen nichts für mich, dafür komme ich zu selten auf's Wasser!

Als nächstes probiere ich noch mal die Blechmarie, nach etlichen Würfen mit Erfolg. Ein wirklich rasanter Drill an der 40 gr. Skeletor, mit etlichen Landungsanläufen brachte einen schönen 95'iger!!! Großartig!

95'iger Kämpfer
95'iger Kämpfer

Kurz vor Ende hatte ich noch einen ordentlichen Fisch der Meterklasse! Er kam in gewohnter Form aufs Boot zu! Dann setzte er zur ersten heftigen Flucht an, änderte die Richtung und der Köder kam im hohen Bogen geflogen! Schade! Aber irgendwie wäre es auch vermessen gewesen! Erinnerungen ans Zanderfischen am Lovestone wurden wach! Da ließ ja auch irgendwie die geteilte Freude mit jedem Fisch nach!

Dann war die Zeit rum und es ging zurück! 15 Fische konnten gelandet werden! 14 davon von Conny und mir! Gleiche Situation berichtete Conny auch vom nächsten Tag! Das Angeln in den Rügischen Bodden und auf der Ostsee unterscheidet sich schon in einem erheblichen Maße von der Binnenangelei! Die Köder, das Führen von 15+ GuFi's ist schon etwas anderes als sonst! Auch gibt es keine optisch markante Stellen, die einem den Weg zum Fisch zeigen! Für die ersten Anläufe sollte man auf jeden Fall einen Guide bemühen, um das Handwerk zu lernen!

Auch auf Rügen bekommt man keinen Fisch geschenkt, selbst wenn sie da sind! Und die schönen Bilder täuschen auch über viele Anläufe mit extrem schlechten Wetter und Ausfalltagen hinweg! Aber es gibt sie eben, die absoluten Sternstunden!

Überglücklich ging's zurück! Mit der Vorfreude auf's nächste Mal!

Abschied von Rügen
Abschied von Rügen

Thanx an dieser Stelle an meinen Schatz für Ihr großes Verständnis für mein Hobby und an Conny vom Angelparadies Rügen für die genialen Ausfahrten!

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