Sandfjord - Voksa (Møre og Romsdal), Norwegen
06.08.05 - 20.08.05

Voksa ist eine kleine Insel im Norden von Fjord-Norwegen. Sie befindet sich am Sandfjord, ca. 1,5 Autostunden von Ålesund entfernt in unmittelbarer Nähe der Schären und dem offenen Nord-Atlantik. Bekannt ist die Region Møre og Romsdal vor allem durch einen der schönsten Fjorde Norwegens, dem Geirangerfjord mit seinen bilderbuchhaften Wasserfällen. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Atlantikstraße, die Trollstiege und das Meeresaquarium in Ålesund. Vielen Anglern ist natürlich auch der fischreiche Romsdalfjord ein Begriff. Jedes Jahr wird von Traum-Fängen aus dieser Region berichtet. Sandfjord - Seekarte
Hier die Story:

Am 06.08.05 um 10:30 Uhr ging es in Leipzig los. Die Fahrt nach Hirtshals wurde durch einige Staus auf der A7 unterbrochen. Wir steckten in Summe ca. 4h auf der Autobahn fest. Gegen 21:45 Uhr kamen wir dann schon recht fertig in Hirtshals an.

Als Fährpassage hatten wir uns Hirtshals/Langesund mit der Kystlink ausgesucht, da wir ursprünglich unseren Hund mitnehmen wollten und somit der kürzesten Überfahrtszeit den Vorzug gaben. Kystlink ist sicher die günstigste und kürzeste Fährverbindung nach Norwegen, aber ohne nennenswerten Komfort. Kabinen können erst an Bord gebucht werden, wobei Brummi-Fahrer den Vorrang haben. Das bedeutet also, rauf mit dem Auto auf die Fähre und direkt ab zur Bord-Info.

Da unsere Fähre erst 2:00 Uhr ging, hatten wir noch genug Zeit um Essen zu gehen. Am Hafen war gerade Fischerfest mit Festzelt und Livemusik. Das war natürlich prima, um die noch verbleibende Zeit rum zubringen.

Um 1:00 Uhr war dann "Einschiffen" angesagt und um 2:00 Uhr ging es dann pünktlich los ins gelobte Land. Der Skakerag meinte es sehr gut mit uns, es war absoluter "Ententeich". Nach knapp 5 Stunden und kaum Schlaf liefen wir gegen 7:00 Uhr in Langesund ein.

Jetzt ging die Reise erst richtig los. Noch 670 km Landstrasse im unausgeschlafenen Zustand lagen vor uns. Auf der E18 ging es nach Oslo. Von da aus dann weiter die E6 über Lillehammer in Richtung Trondheim. Bei Otta ging es dann links weg auf die 15 in Richtung Stryn. Wer jetzt meinte, schon langsam da zu sein irrte gewaltig.  Die sagenhafte Landschaft war das einzige, was uns wirklich wach hielt.

Sagenhafte Landschaft
Sagenhafte Landschaft im "Vorbeiflug"

Weiter ging's dann auf der 15 in Richtung Nordfjordeid. Nachdem wir Nordfjordeid passiert hatten fuhren wir am Nordfjord entlang bis Bryggja. Jetzt rechts weg auf die 61. Die restlichen 55 km führten uns über Koparnes und an einem unserer späteren Angeldomizile, dem Rovdefjord vorbei nach Åram. Nach einer 34-stündiger Fahrt waren wir nun endlich fast da.

Blick auf Voksa
Blick auf Voksa

Von Åram mussten wir jetzt noch mit der Fähre rüber nach Voksa. Den Fahrplan richtig zu interpretieren war auf den ersten Blick gar nicht so einfach. Man muss die Richtung beachten (Kvamsøya-Voksa-Åram-Larsnes oder umgekehrt (returtabell)), ihn von oben nach unten lesen und dabei die Wochentage berücksichtigen. Je nach dem wo man hin wollte, musste man vor- oder rückwärts auf die Fähre rauf fahren.  Eine kleine Wissenschaft für sich!

Nun hatten wir es endlich geschafft. Die Lage unseres Ferienhauses war nicht ganz so exklusiv, wie es der Katalog vermuten lies. Nach ca. 100 m vom Fähranleger waren wir dann da. Doch das Haus war sehr nett ausgestattet. Geräumige Zimmer, Sauna, Außenwirlpool, Couchecke & Esstisch mit Blick auf den Fjord waren genau nach unserem Geschmack. Die Frage war jetzt nur noch: " Wo ist eigentlich das Boot"? Am Steg fand sich nur ein Bötchen, welches man vielleicht vom heimischen Badesee kennt. Eine Bordwand von ca. 20 cm über der Wasserlinie lud nicht gerade zu einer Fahrt auf die Ausläufer des Sandfjords zum Nordatlantik ein. Nach Telefonaten mit dem Vermieter & Veranstalter hatten wir dann die Zusage, am nächsten Tag gegen Mittag ein seetüchtiges Boot zu bekommen... tjaaaa, da konnten wir wenigstens erstmal richtig schön ausschlafen. :-)

Unsere Hütte
Unsere Hütte mit "neuem Boot"

Am nächsten Tag hatten wir spät gefrühstückt und waren ganz schon heiß darauf, das ersten Mal raus zu fahren. Das Equipment wurde in der Zwischenzeit sorgfältig vorbereitet. Gegen Mittag kam dann auch das neue Boot und los ging's. Die Informationen über den Sandfjord im Vorfeld waren extrem spärlich. Niemand kannte die Ecke. Nicht mal im Anglerboard gab es Tipps. So hatte ich mir zumindest ein paar Seekarten besorgt, um so die interessanten Stellen dieser viel versprechenden Gegend zu lokalisieren. Es hieß also, viele verschiedene Spots anzufahren und die unterschiedlichen Angelmethoden auszuprobieren.

Ab und zu mal ein brauchbarer Pollack oder auch Dorsch und unzählige Mini-Köhler waren die Ausbeute des ersten Tages. Wir waren damit noch nicht so recht zufrieden. Doch Kopf hoch, neuer Tag, neues Glück! Zumindest war schon mal das Thema Köderfische geklärt.

Erste Pollacks
Erste Pollacks "online"

Stephan mit Pollack
Stephan mit Pollack

Auch die ersten Exoten kommen an Board. Lippfische und Knurrhähne bieten zwischen den vielen kleinen Köhlern immer wieder eine Überraschung.

Janne mit Lippfisch
Janne mit Lippfisch

Anja mit Knurri
Anja mit Knurrhahn

Auch Plattfische gehen an die Montagen und sogar Pilker. Es hätte sich mit 100%iger Sicherheit sehr gelohnt, direkt auf die Platten zu fischen, doch unser Fokus lag dieses Mal auf der schweren Naturköderangelei.

Pilkscholle
"Pilkscholle"

Auch in den nächsten zwei Tagen waren unsere Fänge nicht extrem berauschend. Klar war uns natürlich, dass es erstmal notwendig war, die Umgebung zu erkunden und die vermeintlichen Hotspots auf ihre Fängigkeit zu untersuchen. Die ersten Tage hatte es uns immer in Richtung offenes Meer getrieben, bis wir dann aber feststellten, dass wir an Stellen der sich kreuzenden Fjorde wesentlich bessere Aussichten auf Erfolg hatten.  Langsam wussten wir dann wie, wo und wann der Hase rennt.

Als wahrer Hotspot für die schwere Naturköderangelei entpuppte sich ein schmaler Durchgang zwischen Ufer und einer Insel mit Leuchtturm auf dem Rovdefjord (Pos. 62°11.140' N / 005°36.224' E, Nr. 1 auf Seekarte). Dort fingen wir sehr gut Leng, Lump und Rotbarsch.

Rotbarsch
Kleiner Rotbarsch mit großem Hunger

Am 5. Tag sollte mir dort der größten Fisch des Urlaubs an die Angel gehen. Es war ein sehr fängiger Tag. Die Fischkiste war schon gut mit Leng, Pollack und Makrele gefüllt, als Stephan und Anja kurz hintereinander zwei Lumps an die Haken gingen. Beide bissen auf Makrelenfetzen.

Stephan mit Lump
Stephan mit Lump

Anja mit Brosme (Lump)
Anja mit Brosme (Lump)

Während ich noch dabei war, Fotos zu machen, ließ ich mein mit Flatterköhler beködertes System immer wieder auf den Grund ab. Auf einmal gab es einen richtig heftigen Biss. Meine 30 lbs. Rute riss es regelrecht unter das Boot...Anhieb...kein Kontakt! Wieder ließ ich den Köder absinken. Das Echolot zeigte mittlerweile 180 Meter. Und da war er wieder, ein erneuter extrem heftiger Biss fuhr durch meine Angel. Kurze Zeit wartete ich noch und schlug dann erneut an. Kontakt! ...das musste etwas sehr Genaues sein!!! Die Schnur ging von der Multi und die Rute bog sich ordentlich durch. Irgendwas Uriges tobte am anderen Ende der Schnur.

Kontakt!
Kontakt an der 30 lbs. Rute

Langsam löste er sich vom Grund und konnte Stück für Stück nach oben gepumpt werden. Die Gegenwehr wurde weniger, denn der fehlende Druckausgleich forderte seinen Tribut. Trotzdem war es noch lange nicht ausgestanden. Hoffentlich schlitzt er nicht noch aus. Die ab und zu noch kommende Gegenwehr bedeutete weitere bange Momente. Doch dann tauchte er nach ungefähr 15 Minuten, ca. 10 Meter vom Boot entfernt auf. Ein Leng! Stephan landete Ihn beherzt mit dem Gaff.

Landung des Ungetüms
Landung des Ungetüms

Erst jetzt wurden die Ausmaße des Fisches so richtig klar. Was für ein fettes Teil! Genau darauf hatte ich es abgesehen! Ein Jubelschrei hallte über den Fjord.

Leng an Bord
Leng an Bord

Der Leng war 1,34 Meter lang und hatte ein Gewicht von 11,2 kg. Die Meßlatte für die nächsten Tage lag jetzt natürlich recht hoch. Was sollten uns die kommenden Tag noch erwarten?

Leng, 11,2 kg, 134 cm
Leng, 11,2 kg, 134 cm

Für das schwere Naturköderangeln in Voksa kam bei mir eine 30 lbs. Rute mit einer Länge von 2.01 m (Shimano Beastmaster Boat 2030) und eine 2-Gang Multi zum Einsatz (Shimano TLD20-2).  Die zwei Gänge zahlten sich gerade beim leer Hochkurbeln aus. Man hat die Montage schneller wieder oben, kurbelt sich keinen "Wolf" und ist auch schneller wieder am Fisch.

Abgefressen!
Abgefressen!

Als Schnur kam eine 24'iger Geflochtene zum Einsatz (Berkley Whiplash). Gefischt haben wir in Tiefen zwischen 50 und 250 Metern. Die meisten Bissen hatten wir bei 80 bis 120 Metern. In Tiefen unter 200 Metern tat sich nicht mehr viel. Mit Bleigewichten zwischen 250 - 400 Gramm sind wir bestens ausgekommen.

Die Montagen habe ich mir zum größten Teil selbst gebaut. Vorfachschnur mit einem Durchmesser von 0,90 mm, Leuchtschlauch, Leuchtperlen, Spinnerblätter, Gummi-Oktopusse, kräftige Wirbel, jeweils zwei Einzel-Haken der Größe 7/0 bis 8/0 oder auch Drilling, etwas Geschick und fertig ist die Montage.

Selbstbau - Naturködermontage
Selbstbau - Naturködermontage

Als Köder kommen Mini-Köhler und Makrelen zum Einsatz. An den Haken kommen sie entweder als Fetzen/ Filetstreifen oder als Flattervariante. Dabei  schneidet man kurz hinter dem Kopf beginnend beidseitig die Filets bis zum Schwanz runter und entfernt dann die Mittelgräte, so dass die beiden Filethälften nur noch am Kopf zusammengehalten werden und in der Strömung schön flattern können. Der erste Haken wird am Kopf befestigt, der Zweite dann im Filet.

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