Langeland, DK - Pfingsten 2005
14.05.2005 - 21.05.2005

Da Himmelfahrt 2005 schon Anfang Mai war, verlegten wir unser traditionelles Vatertags-Langeland-Event auf Pfingsten.  So hatten wir bessere Chancen auf ruhigeres Wetter. Durch Temperaturveränderungen ist es im Frühjahr häufig stark windig, was eine Ausfahrt mit dem Kleinboot auf den Langelandsbelt an vielen Tagen unmöglich macht. Unsere Rechnung ging auf, bis auf einen Tag konnten wir immer raus und Jagd auf die Dorsche machen.

Unser Ziel war wieder ØSTERSKOV 2000.

Langeland - Seekarte
Hier die Story:

Die Aussichten auf ein gutes Angeln waren bezogen auf die vorangegangene Woche sehr gut. Gäste der vorangegangenen Woche hatten Dorsche von 117cm/17.5Kg, 108cm/11.5Kg und 103cm/10.8Kg gefangen. Das sind für die Ostsee kapitale Größen. Wir waren sehr gespannt, was uns in dieser Woche erwarten würde. Untergebracht waren wir wieder in unserem Ferienhaus vom letzten Jahr, ØSTERSKOVVEJ 42A.  Das Haus bot uns mit seinen 140 m² verteilt auf 2 Etagen ausreichend Platz.

Unsere Unterkunft
Unsere Unterkunft

Den glücklichen Fänger des größten Ostseeleoparden erwartete diesmal erstmalig ein Wanderpokal. Ausschlaggebend für die  Wertung sollte die Länge des Fisches sein. Erweitert wurde die Siegerprämie noch um eine gute Havanna und eine Flasche Campari. Zusätzlich hatte unser Gastgeber Stefan für den diesjährigen Dorschmaster noch ein edles Überraschungspräsent. Später dazu mehr!

Pokal 2005
Pokal für den größten Dorsch 2005

Um dem Pokal habhaft zu werden, schlummerte bei manchem die eine oder andere Geheimwaffe z.B. in Form von 2-geteilten Pilkern etc. im Gepäck. Diese wurden dann aber durch die handpainted und handtuned Dorschfliegen der Mädels in den Schatten gestellt.

Absolut im Vordergrund stand in erster Linie natürlich eine schöne und erholsame Woche. Schon lange vorher hatten wir uns darauf gefreut, wieder gemeinsam bei frischer Meeresluft mit dem Kleinboot auf den Belt raus zu fahren, um die Pilker tanzen zu lassen und uns von den Strapazen der vergangen Arbeitswochen zu erholen.

Samstag war Anreise, was die beiden Matzes und mich natürlich nicht daran hinderte, gegen 15:00 Uhr zum ersten Testfischen raus zu fahren. Nach drei Stunden hatten wir dann 9 Dorsche in Mitnahmegröße (45cm -65cm). Viele kleine Exemplare gingen uns an die Pilker. Jedoch konnten diese rasch wieder auf Wachstumskurs gehen.

Nach einer kurzen Filetieraktion,  gab es dann lecker Abendessen und im Anschluss wurde bis spät in die Nacht mit unseren Darmstädter und Berliner Freunden Wiedersehen gefeiert.

Sonntag ging es nach dem Ausschlafen und einem ausgiebigen Frühstück gemeinsam raus auf's Wasser. Das Wetter war soweit gut. Der Wind kam grenzwertig, aber noch akzeptabel aus West. Der blaue Himmel und Sonne waren sehr einladend, täuschten allerdings darüber hinweg, dass es für die Jahreszeit zu kalt war.

Auf geht's!
Die Mädels im "Jagdfieber"

Die gewissenhafte Vorbereitung der Boote ist ausschlaggebend für die Sicherheit auf See. Auf jeden Fall vor jeder Ausfahrt voll auftanken und den Reservekanister, Rettungsmittel für alle an Board befindlichen Personen, Schöpfkelle, Anker etc. nicht vergessen!

Letzte Vorbereitungen
Letzte Vorbereitungen

Die 4,85 Meter/40 PS Boote können gut was ab und man fühlt sich damit auf dem Belt sehr sicher. Natürlich ist die Fahrt auf See nicht zu unterschätzen. Leichtsinnigkeit und Selbstüberschätzung sind komplett fehl am Platz. Bei den geringsten Anzeichen von Wetterumschwüngen, Nebel oder Gewitter heißt es  "Angeln einholen" und rein fahren. Zumindest sollte man in sicherer Nähe zum Ufer die weitere Entwicklung abwarten. Wenn die Boote geslippt werden müssen, ist auch die Änderung der Windrichtung zu beachten. Auflandiger Wind, auch schon mit recht harmlos erscheinender Brandung, macht das Slippen ohne Plessuren teilweise unmöglich.

Slipanlage
Slippen der Boote

Mit drei Booten und vollem Speed geht es dann raus in die Jagdgründe. Das Wetter lässt es zu, wir fahren zum Roten Turm in Höhe Hjordholm. Wenn nirgendwo was geht, dort ist immer was zu holen. Meist auch in vernünftigen Größen.

Auf in die Jagdgründe!
Auf in die Jagdgründe!

Kaum angekommen, sind auch schon die ersten Ruten krumm. Schöne Fische sind darunter. Erstaunlich ist, dass diesmal die Mehrzahl der Dorsche auf Pilker und nicht wie sonst auf Beifänger beißt. Sonst standen zu dieser Jahreszeit hauptsächlich Krabben auf dem Speiseplan der gefleckten Ostseeräuber, doch diesmal hatten Heringe und Tobiasfische absolut Vorrang. Deshalb waren sicher auch die Pilker so begehrt.

Ali mit Dorsch
Ali's first Strike!

Franky mit Dorsch
Dorsch auf Rot/ Schwarz

Bibo mit Dorsch
Bibo's Dorsch auf Jig

Die Hornhechte waren aufgrund der Jahreszeit noch nicht in rauen Mengen vorhanden. Dennoch fingen wir einige von den grüngrätigen Gesellen.

Ali mit Horni
Abgeschleppter Horni

Am Montag dann hat Matze einen ganz massiven Kontakt! Seine leichte Spinnrute bog sich ordentlich durch, während die Schnur von der Rolle saust. Matze war machtlos, der Fisch gab den Takt vor! Für die Ostsee ein nicht allzu häufiges Schauspiel, zumindest wenn man mit leichtem Gerät fischt. Irgendwann kommen mühsam ein paar Meter Schnur auf die Rolle. Doch genau so schnell wie sie drauf sind, gehen sie auch wieder runter. Langsam wird er müde, jedoch nicht der Fisch, sondern unser muckibudenerprobter Angelkamerad. Erste  Schätzungen liegen zwischen 5 - 8 kg. Bei einer glücklichen Landung sicher ein schwer zu überbietender Fisch. Noch ist es nicht soweit. Die Keramik des Endringes verabschiedet sich und Matze fängt an, sich nach seinem Karpfenteich zu sehnen. Doch langsam ergibt sich auch der Fisch seinem Schicksal. Nach sage und schreibe 40 Minuten kann ich einen 6,3 kg Dorsch keschern.

Kontakt!!!
Kontakt!!!

Matze mit 6,3 kg Dorsch
Matze mit 6,3 kg Dorsch

Matzes Big One!
Petri Heil!

Während wir die normale Kistengröße fingen legte Matze kurz darauf noch mal einen nach. Diesmal war der Drill nicht ganz so dramatisch. Nach 10 Minuten kam ein 4,9 kg Dorsch ins Boot. Beide Dorsche bissen auf grün/gelben Pilker direkt in der Fahrrinne nördlich des roten Turms in einer Tiefe von 43 m.

Matzes second Strike!
Matzes second Strike!

Als er nicht wesentlich später wieder etwas Schweres drillte, fielen wir fast vom Glauben ab. Doch diesmal geht der Fisch als Sieger hervor. Beim Versuch der Landung stieg der Ostseeleopard des gleichen Kalibers wie sein Vorgänger aus und verabschiedete sich wieder in Richtung Ostseegrund.

Die Latte für den Pokal lag nach diesem Angeltag sehr sehr hoch und alle waren sich sicher, dass es schwer werden würde, dieses Ergebnis zu toppen.

Der Dienstag verlief für Ostseeverhältnisse ganz normal. Um etwas in vertretbarer Größe in die Fischkiste zu bekommen, musste man konzentriert fischen und die Kanten systematisch absuchen. Mit einfach "Pilker abseilen" war es nicht getan.

Am Mittwoch war unser Gastgeber Stefan mit an Board und es ging diesmal bei guten Wetterbedingungen ein ganzes Stück  raus auf die Ostsee. Unser Ziel war ein Wrack, welches in der Vergangenheit schon so manche Überraschung beherbergte. Mehrfach waren unsere Ruten krumm, doch bis auf Stefan's 70'iger garnierten wir meist nur den versunkenen Pott mit unseren Pilkern.

Stefan mit Seeleopard
Stefan von ØSTERSKOV 2000 mit Dorsch

Ok, also ließen wir das Wrack für dieses Mal Wrack sein und suchten uns eine andere Stelle. Jetzt folgte eine lange, lange Drift von vielleicht 2-3 Stunden ohne einmal umzusetzen. Immer wieder hatten wir Fisch auf der Anzeige und an den Ködern. Ab und zu auch schöne Fische, wie z.B. Baerchens 3,8 kg Dorsch. Natürlich waren auch etliche  Kleine dabei, die selbstverständlich wieder zurück gesetzt wurden.

Baerchen's 3,8 kg Dorsch
Baerchen's 3,8 kg Dorsch

Sehr außergewöhnlich war, das diesmal Pilker in grün/ gelb derartig fängig waren. Bisher hatte ich diese Farben beim Ostsee-Einsatz immer gemieden, da ich damit noch nie so richtig erfolgreich war. Aber weit gefehlt. Neues Jahr neue Farben!

Fish on!!!
Fish on!!

Franky's Trilette
Triplette

Zum Abschluss der Tour wurde natürlich noch mal Halt am roten Turm gemacht. Stefan fing auch gleich ein schönes Exemplar. Als es dann langsam dunkel wurde, beendeten wir diesen super schönen Angeltag.

Stefan mit Dorsch
Stefan's "Roter Turm Dorsch"

Der Donnerstag erlaubte gerade noch so eine Fahrt auf den Belt. Der Wind hatte gegen Abend dann sehr stark zugenommen. Am Freitag war aufgrund des Windes leider keine Ausfahrt möglich, so dass wir beschlossen schon am Nachmittag zurück nach Hause zu fahren. Damit war dann auch endgültig der Sieger des Pokals Langeland 2005 klar. Matze räumte ihn verdient ab und bekam von Stefan noch ein feines Präsent in Form einer Dega Horizone Titan 2,75m 35-70g. Da können sich die Flossenträger zukünftig noch wärmer anziehen, wenn er zum Angeln ans Wasser zieht!

Dorschmaster
Dorschmaster 2005

Nächstes Jahr werden dann die Karten wieder neu gemischt. Wie wird das Wetter werden? Wie werden die Dorsche beißen und wer wird der Gewinner des Pokals im Jahre 2006 werden? Wir freuen uns schon jetzt wieder auf Langeland!

Dorsch - Hunting - Crew - 2005
Dorsch Hunting Crew 2005

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