Leipziger Allerlei - Boddentour - Reloaded
23.11.2006 - 26.11.2006

Herbstzeit ist Raubfischzeit! Ganz klar, dass wir die Gelegenheit auch in diesem Jahr wieder nutzten, an die Rügischen Bodden zu fahren, um den Räubern nachzustellen. Zwei Dinge galt es dabei zu meistern. Zum einen "angelbares Wetter" zu erwischen und zum anderen für zehn Mann Boote und Unterkunft zu finden. Beides hat geklappt! Bei einer Mannschaft dieser Größe, wäre eine Ad Hoc - Aktion je nach Wetterlage aus Urlaubsgründen auch nicht möglich gewesen. Schon gar nicht, bei noch dazu kommenden weiten Anreisen aus Nürnberg und der Schweiz. Umso mehr konnten wir uns freuen, dass wir dennoch jeden Tag auf's Wasser konnten. Doch lest selbst...

Hotspots

Daniel Hier der Bericht von Daniel:

Endlich, nach langer, hervorragender Planung, zahlreichen Tacklekäufen, unzähligem  Wetterberichtsstöbern und dem obligatorischem "Heiß machen" war es am Mittwoch dem 22.10.2006 soweit. Der Boddenzauber konnte beginnen!

Gegen Mittag traf ich an Nico’s neuem Arbeitsplatz, dem Angelspezi Magdeburg ein, um Ihn wenig später an die Gewässer Rügens mitnehmen zu können. Zuvor durchstöberte ich noch gründlichst den sehr gut sortierten Angelladen und fand auch noch das eine oder andere "Schmankerl".

Pünktlich gegen 15:30 Uhr starteten Nico und ich von Magdeburg aus nach Rügen. Franky und Tilo waren ungefähr zeitgleich auch auf der Piste und so ergab es sich, dass wir uns in Stralsund auf einen Burger trafen. Zuvor haben wir Nico’s Angelkarte an der Totaltankstelle vor dem Rügendamm gelöst, was wie in jedem Jahr sehr unkompliziert abläuft.

Nachdem uns Franky, wahrscheinlich unfreiwillig ;->, die Altstadt und den Hafen Stralsunds gezeigt hat, ging es über den Sund auf die so heiß geliebte Insel! Eine Inselrundfahrt konnten wir Franky "Gott sei Dank" ausreden, so dass wir unsere Unterkunft "Am Teich" in Dranske gemäß dem Zeitplan erreichten. Wie gewohnt wurden wir sehr freundlich von Familie Schneider empfangen und konnten unsere Zimmer beziehen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich so um die 45°C „Boddenfieber“! Den ersten Abend ließen wir gemütlich mit einem Bierchen und mit Vorbereitungen ausklingen, um am kommenden Morgen pünktlich den Boddenhechten das fürchten zu lehren.

Franky füttert das GPS
Franky füttert das GPS mit Hotspots

Nach einem zünftigem Frühstück standen wir pünktlich, gegen 8:30 Uhr bei Conny und seinem Kollegen Ralfi vom Angelparadies Rügen auf der Matte! Small Talk, Ködervorführung, Boote beladen und in See gestochen. Ich muss gestehen, dass das Wetter und der Seegang nichts für Anfänger war. Windstärken um die 6-7, glücklicherweise aus Süd machten das Angeln zu einem ganz besonderen Erlebnis. Den Hechten störte das eher weniger und schon nach kurzer Zeit konnten wir erste Bisse in den Ruten spüren. Es dauerte auch nicht lange da konnte ich einen dieser Bisse verwandeln und einen schönen Boddenhecht drillen.

Daniel mit schönem Boddenhecht
Daniel mit schönem Boddenhecht

Nach einer gekonnten BogaGrip-Landung von Nico konnten wir den Esox bestaunen, fotografieren und in sein Element zurücksetzen. Mitte 70 ist schon ein ordentlicher Anfang! Auch an den Bodden heißt die Devise "Selektive Entnahme", um auch zukünftig das hohe Niveau dieses einzigartigen  Raubfischreviers zu erhalten.

Boddenhecht - Release
Boddenhecht - Release

Auch auf Franky’s und Tilos Boot konnte man immer wieder Drills beobachten. Die Hechte waren sehr aktiv und ließen uns das auch spüren.

Tilo's first Pike!
Tilo's first Pike!

Es sollten nicht die letzten Hechte des Tages sein und so hämmerten die Räuber immer wieder in unsere Ruten und nachdem ich meinen mittlerweile dritten Hecht gelandet hatte griff auch Nico mal zur "Boddensau". Ich hatte Ihm diese mehrfach angeboten, aber die Spezis wissen es ja immer besser! ;->

Daniel mit Boddenräuber
Daniel mit Boddenräuber der 80'iger Klasse

No. 3
...und noch einer!!

Nico's Boddensau- Experience
Nico's "Boddensau- Experience"

Ein Blick Richtung Conny’s Hafen ließ 2 Boote aufscheinen. Rudi, Volker, Sammy und unsere Creme (Steffen) waren angekommen und starteten den Boddenhechten und Boddenbarschen entgegen. Probiert wurden alle Köder in welche man die größten Hoffungen gesetzt hatte. Sammy zum Beispiel setzte auf das alt bewährte Blech und fing auch einen Hecht damit.

Ob Paladingummis, Wobbler, Blinker und Spinner, in allen Variationen, es wurde gefischt bis die Arme abfielen. Das Wetter verschlechterte sich zusehens uns so entschlossen wir uns die Rückfahrt anzutreten. Mit Einbruch der Dunkelheit fuhren wir zurück in Conny’s Hafen wo dieser uns schon empfing.

Am Ende des Tages hatte jeder seinen Fisch gefangen und glücklich, zufrieden, völlig fertig und durch den Regen aufgeweicht erreichten wir Conny’s Hafen. Um diesen ersten Angeltag gemütlich ausklingen zu lassen, fuhren wir ins "Windland" nach Breege. Die Spearrips dort sind ebenso empfehlenswert wie der Rest der Speiskarte. Ein abschließender Fischergeist durfte natürlich nicht fehlen.

"Windland" - Spearrips
"Windland" - Spearrips

Rudi, Steffen, Tilo und Daniel
Rudi, Steffen, Tilo und Daniel

Tilo, Daniel, Sammy & Conny
Tilo, Daniel, Sammy & Conny

Ralfi, Volker, Franky und Nico
Ralfi, Volker, Franky und Nico

Am späten Abend erreichten dann auch Murphy und Basti nach langer Fahrt die Herberge. Der Tag wurde ausgewertet und die besten Köder diskutiert. Die Jungs bekamen unsere bisher gesammelten Erfahrungen, damit auch mit den Hechten nichts schief gehen kann. Wie sich später noch zeigen wird, hätten die beiden unsere Tips gar nicht gebraucht. :->

So war unsere Runde nun komplett und am nächsten morgen war die Frühstücksrunde schon etwas größer.

Basti am Buffet
Basti am Buffet

Auch unsere Creme schleppte sich zum reichhaltigem Frühstücksbuffet, allerdings war sein Body das einzige was wirklich anwesend war. Das üben wir noch mal!!!

Auf geht’s der Bodden ruft!

Boddenblick mit Rehwild
Boddenblick mit Rehwild

Boote wurden beladen und auf ging es. Die heutigen Hotspots wollten gefunden werden.

Immer wieder bekamen wir "Zuppelbisse" auf unsere bis zu 23 cm langen Shads, welche uns fast in den Wahnsinn trieben. Ein Blick auf’s Echo verriet uns einen Barschschwarm der Extraklasse! Kleine Blinker wurden montiert und die ersten Stachelritter kamen auf das Boot und dann geschah es! Die Geburt des Cikadenkuttichs! Nico kramte in seiner Box und holte einen Köder hervor welchen ich in den Angelkatalogen und im Angelfachmarkt noch nie Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Er schnipste diesen unweit des Bootes ins Wasser und konnte sofort einen Barsch nach dem anderen landen.

 Nico mit Cikaden - Doublette
Nico mit Cikaden - Doublette

Langsam war mir die Geschichte mulmig und ich bat Ihn mir auch einen dieser Köder zu geben.

Was soll ich sagen, die Dinger sind so was von fängig, das ist die wahre Pracht!!! Franky beobachtet das Spiel einen ganze Weile und bastelte so Sachen wie Spinner mit Schrotblei welche jedoch nicht den erhofften Erfolg versprachen. Die Fangausbeute von höchsten 1:5 machte ihn mürbe. Langsam, jedoch zielstrebig steuerte er uns an um zu sehen welchen "Wunderköder" wir den Stachelrittern präsentieren. Es dauerte keine 2 Minuten und Nico war seine dritte und letzte Cikade los ;->! Nun ging es auch bei Franky Schlag auf Schlag!

 Franky mit Cikaden-Barsch
Franky mit Cikaden - Barsch

Unter dem Barschschwarm sollte jedoch auf Nico noch eine dicke Überraschung warten. Biss!!! "Der macht aber Ballett, das könnte 'nen ordentlicher Barsch sein!"

Der erhoffte 50’iger?!

"Auf alle Fälle kein kleiner!"

 "Ach Du ...piiieeeep... ein Hecht, und was für einer!" 

Dieser Hecht hatte die Cikade voll inhaliert und lieferte einen anständigen Drill welcher letztendlich durch die Bogalandung beendet wurde. Ein herrliches Exemplar! Ja dieser Köder ist schon eine richtiges "Boddenferkel".

Nico's Cikaden - Hecht
Nico's Cikaden - Hecht

Meine Hechte des Tages konnten der berühmt berüchtigten "Boddensau" nicht wiederstehen.

Daniel mit starkem Hecht
Daniel mit starkem Hecht

Franky zuppelte indes immer noch fasziniert einen Barsch nach dem anderen mit der Cikade an Board. Tilo entwickelte sich während dessen zum Hechtmaster und fing drei Hechte kurz hintereinander. Die Hechte schienen sich langsam am Barschschwarm einzufinden.

Tilo mit Hecht
Tilo mit Hecht

Franky legte dann auch erstmal die Cikade wieder beiseite und erwischte diesen schönen 92'iger Hecht, der einen spannenden Drill hinlegte.

Franky's 92'iger
Franky's 92'iger

Einen Hecht nach dem anderen machte der Bodden locker. Egal auf welchem Boot, es blieb niemand "Schneider"! Auch Sammy heizte den Hechte ordentlich ein

Sammy mit 85'iger
Sammy mit 85'iger

In einem Interview sagte Sammy:

"Eben dieser Hecht auf meinem neuen Avatar ist z.B. so eine Story, wie sie mir noch nie in dieser Art passiert ist. Im Armeehafen an einer ganz unauffälligen Stelle hatte ich die erste Attacke auf meinen Gummifisch. Ich habe sofort wieder an die gleiche Stelle geworfen und wieder den Köder über Grund gezupft. Am selben Fleck kam wieder ein Biss und trotzdem war der Fisch nicht gehakt. Sogar beim dritten Auswurf wiederholte sich die Story und der Fisch konnte wieder nicht gehakt werden. Ich überlegte vor dem vierten Auswurf was ich anders machen könnte. Dann entschied ich mich den Gummifisch sehr schnell an derselben Stelle zu führen und promt kam der Schlag. Meine Rute hat sich schön gebogen und einen Meter vor dem Boot kam der 85'iger Hecht noch einmal in seiner ganzen Pracht aus dem Wasser geschossen. Ein schönes Erlebnis was ich nicht so schnell vergessen werde."

Und auch Volker als Kapitän des Bootes bewies sein Geschick im Hechtfang und erzählte:

"Eine schöne Anekdote mit Sammy vom letzten Tag:

Nachdem uns Franky am Vorabend die Taktik für den Bodden erklärt hat ("...Kanten suchen und dann an die Kanten werfen...") bin ich mit Sammy am Sonntag mit dem Boot an die Kante der Fahrrinne gefahren. Sammy warf seinen Köder immer in die Fahrrinne, während ich in die andere Richtung warf. Dann meinte Sammy: "Du wirfst in die Falsche Richtung, da wirst Du nichts fangen"! Noch während er das sagte, war meine Rute krumm und er ergänzte nur: "...oder vielleicht doch..."

War ein 84'iger Hecht und wir haben uns tierisch gefreut."

Volkers '84'iger
Volkers '84'iger

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