Angel-Event am Åsnen/ Asnen, September 2001
11.09.2001 - 18.09.2001

Der fischreichste See in Småland ist der Åsnen. Er hat eine Wasserfläche von ca. 155 km² und eine Strandlinie von 740 km. Damit ist er neben dem Bolmen der größte See Smålands. Er zeichnet sich durch viele Buchten und Inseln aus. Mit seinem nährstoffreichen braunen Wasser gilt er als Zander-, Barsch- und Hechtparadies. Der Åsnen ist bis zu 16 m tief. Die mittlere Wassertiefe beträgt allerdings nur 3 m. Vorsicht ist also beim Boot fahren und der Köderführung geboten. Überall lauern unzählige, zum Teil bis knapp unter die Oberfläche ragende Gesteinsteinbrocken.

Åsnen - Hotspots

Hier die Story:

An jenem denkwürdigen Datum, dem 11. September 2001, der durch den Terroranschlag auf das World Trade Center in New York in die Geschichte eingehen sollte, startet unsere Reise in Richtung Südschweden. Die ganze Fahrt stand im Zeichen der unfassbaren Ereignisse. Im Autoradio lief die ganze Zeit über nur noch Deutschlandfunk mit den aktuellen News über die Anschläge. Zum ersten Mal waren Verschwörungstheorien und 3. Weltkriegsszenarien Gesprächsthema Nr. Eins auf einer Fahrt zu einem Angel-Event.

Gebucht hatten wir die Nachtfähre der TT-Line von Rostock nach Trelleborg inkl. Kabine. An Schlaf war allerdings nicht so richtig zu denken. Die unwirklichen Geschehnisse und das dennoch aufkeimende Jagdfieber, sowie das Rumpeln aus dem Maschinenraum in der innen liegenden Kabine ohne Fenster forderten ihren Tribut.

Um 6:00 Uhr war Ankunft in Trelleborg. Jetzt lagen noch ca. 200 km Autofahrt bis nach Urshult vor uns. Dort angekommen hatten wir erstmal reichlich Probleme unsere Unterkunft ausfindig zu machen. Mit deutsch und englisch war zumindest bei der älteren Bevölkerung des Städtchens nicht viel zu holen. Irgendwie hatten wir es dann doch geschafft unsere Vermieterin zu finden.  Von ihr wurden wir dann zu unserem Ferienhaus Hagahult (S 36 U) begleitet, welches wir über Småland Check-in  gebucht hatten.

Haus Hagahult
Unsere Unterkunft: Haus Hagahult

Das sich in sagenhafter Umgebung mitten im Wald  befindliche 8 Personen Haus war für uns Drei fast ein wenig überdimensioniert. Es war gerade neu renoviert worden und mit allem ausgestattet, was man so braucht: Fernseher, Sat- Empfang, Dusche, Bad, Mikrowelle, Kühlschrank, Tiefkühler, Geschirrspüler, Waschmaschine und vieles mehr. Ein riesiger Schuppen diente zusätzlich als Garage und Unterstand für sämtlichen Angelkram. Ein eigener Bootssteg in mitten von Seerosenfeldern und einem Schilfgürtel inkl. 5 PS Boot rundeten das Ganze ab.

Matze zeigt Flagge
Matze zeigt Flagge

Der erste Tag war von der Erledigung administrativer Dinge geprägt. Schwedische Kronen standen dabei ebenso auf dem Plan wie Angellizenzen und Köder in den ortsüblichen Farben und Formen.

Da es für eine Ausfahrt zu spät war, wollte ich die Zeit nutzen, um am Steg ein paar Köderfische zu stippen. Nach dem Anfüttern und den ersten Plötzen und Rotfedern wurde es auf einmal unruhig im Seerosenfeld. Irgendwas schoss ständig in den Kleinfischschwarm hinein. Meister Esox! Beim nächsten Biss an meiner Stippmontage hatte ich nicht nur eine Plötze, sondern auch einen Hecht an der Angel. Genauso schnell wie er dran war, hatte er sich auch schon in den Seerosen festgemacht und nach zweimal schütteln verabschiedet. Hmm, so 'ne Stippangel ist eben auch nicht das Beste Equipment, um auf Hecht zu fischen.  Na gut, dann weiter im Text und kurz vor 'm Abendbrot noch ein paar Köderfische für den morgigen Tag gefangen. Drei Plötzen später... Zack, da war er wieder... und auch wieder weg! Ok, das Thema bedarf einer neuen Strategie!

Matthias und Daniel waren bereits dabei sich auf's Abendessen einzustimmen, was natürlich zur Folge hatte, das meine Aktionen nicht gerade auf sehr viel Verständnis stießen. Lange hatte auch ich nicht für dieses Unterfangen eingeplant. Ich schnappte mir meine Spinnrute und hängte direkt an den Wirbel ein Stahlvorfach mit Drilling. Das sollte reichen. Am Steg angekommen, nahm ich mir eine Plötze aus dem Kescher, hing sie an den Drilling und ließ auf Rutenlänge dicht unter der Oberfläche taumeln. Ungläubig kam Matthias dazu. Nach einer halben Zigarettenlänge schnappte der 78 cm Esox wieder zu und es sollte an diesem Abend noch Hecht geben.

Hecht kurz vorm Abendbrot
"Hecht kurz vorm Abendbrot"

Nach ausgiebigen Frühstück und einem Glas "Schwedischem Frühstückssaft" (Wodka/ O-Saft) ging es dann an den nächsten Tagen immer mit dem Boot raus. Mit einer Seekarte bewaffnet steuerten wir jedes Mal neue, viel versprechende Ziele an. Als Köder kamen hauptsächlich Blinker,  Wobbler und Spinner zum Einsatz. Tief laufende Wobbler waren fehl am Platz, da der Åsnen verhältnismäßig flach ist und ständig Untiefen aufweist.

Ready to go fishing!
Zünftig gekleidet kann es losgehen

Es dauerte auch nicht lange, dann stellten sich die ersten Bisse und auch Fische ein. Wir schleppen meist entlang der Schilfkanten und Gesteinsfelder (siehe Karte). Ein Echolot hatten wir nicht mitgenommen. Ursprünglich wollte ich eins mieten, doch der Vermieter meinte, dass das am Åsnen unüblich wäre. Ich bin trotzdem der Meinung, dass es auch hier gute Dienste geleistet hätte. Speziell beim Angeln auf Zander wäre der Einsatz sinnvoll gewesen, um die tiefen Regionen des Sees zu finden. Vielleicht sollten wir auch genau aus diesem Grund in dieser Woche nicht einen Stachelritter fangen. Dafür lief es bei den Hechten aber recht ordentlich.

Hecht 89 cm
Geschleppter 89 cm Hecht

Einmündungen und Seerosenfelder boten sich bestens zum Spinnangeln an. An einigen Plätzen fingen wir mehrere Hechte hintereinander. Allerdings alles kleinere Exemplare. Daneben bissen auch zahlreiche Barsche. Auch auch hier keine Riesen.

Matze mit Hecht
Handgesponnener Hecht

Mini-Barsch
Mini- Barsch

Zu schaffen machten uns die überall im Wasser verteilten Klunkern. Dicht unter der Wasseroberfläche lauerten Sie darauf, Bekanntschaft mit unserer Schraube zu machen. Etwas irritierend war für uns anfänglich auch die Bootseinweisung der Vermieterin. Sie meinte nur "...und fahrt nur nicht zu langsam". Hatte dies jetzt technische Gründe im Bezug auf den nicht mehr ganz taufrischen Motor oder hatten wir so bessere Chancen nicht irgendwo auf dem Fels hängen zu bleiben? Wir hatten mit beiden Themen zu kämpfen. Auf jeden Fall haben wir alle vorhandenen Ersatzscherstifte (7 Stück) für die Schraube gebraucht und mussten sogar noch "Nachschlag" holen.

Motorreparatur
Scherstifttausch nach Kontakt mit "Klunker"

Das Wetter Mitte September war alles andere als gut. Jeden Tag hatten wir Regen bei Temperaturen von 8-10 Grad. Da war das Kontingent an trockenen und warmen Sachen schnell aufgebraucht. Unsere Ausrüstung, speziell im Bereich der Bekleidung sollte sich nach diesem Urlaub merklich verbessern.

Regenjacke, nur DM 0,12
Regenjacke, nur DM 0,12

Die urigen Wälder in Schweden waren sehr beeindruckend. Es ist absolut kein Vergleich zu unseren wirtschaftlich genutzten Monokulturen. Dichtes Unterholz, eine Vielzahl unterschiedlichster Bäume und Gewächse machen ihn fast undurchdringlich. Pilze und Beeren findet man in Hülle und Fülle. So gab es bei uns fast jeden Abend eine zünftige Pilzpfanne. Ein Elch ist uns leider nicht über den Weg gelaufen... naja, man kann eben nicht alles haben.

Urige nordische Wälder
Urige nordische Wälder

Insgesamt fingen wir in der Woche 37 Hechte. Die Metergrenze haben wir allerdings nicht ganz erreicht.  Den größten Esox überlistete Daniel mit 98 cm. Gefangen haben wir mit allen geeigneten Angeltechniken (Ansitzangeln mit Köderfisch, Spinnfischen, Schleppangeln mit großen Z-Blinkern und Wobblern). Einige schöne Barsche waren auch dabei. Mit Zandern sah es eher mau aus. Trotzdem war es ein absoluter Traum. Jeder von uns hat zwei Hechte entnommen. Es ist also noch genug für's nächste Mal da. Wir kommen definitiv wieder!

Daniel mit 98 cm Hecht
Daniel mit 98 cm Hecht


Impressionen:

Austernfischer
Austernfischer

Next Strike!
Next Strike!

Abendstimmung am Åsnen
Abendstimmung am Åsnen

Trelleborg - Abschied von Schweden
Trelleborg - Abschied von Schweden

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